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Bier selber Brauen (Hausbrauen)

  • Anleitung – Bier brauen
  • Bier Zutaten

    Die Zutaten um Bier selbst zu brauen erhält man direkt bei einer lokalen Brauerei oder einem Spezialgeschäft für den Heimbraubedarf. Allerdings gibt es das meiste heute auch schon bei Versandhändlern wie zum Beispiel Amazon.
    Kurze Erklärung der Zutaten:

    • Hopfen

      hopfen-684517Hopfen ist die wohl am schwierigsten zu bekommende Zutat. Hopfen wächst nur in wenigen Anbaugebieten in Deutschland und ist sehr leicht verderblich. Da er sehr empfindlich ist wird er direkt nach der Ernte verarbeitet. Zum Bierbrauen werden nur die besten Dolden benutzt und getrocknet.
      Nach dem Trocknen werden die hopfendollen zu Pellets gepresst (Pellets sind kleine Tabletten aus gepresstem Hopfen). Der Hopfen sollte auf jeden Fall dunkel und trocken gelagert werden.
      Für den Hausgebrauch sind die Hopfenpellets die beste Möglichkeit da richtiger, frischer Hopfen schwer zu bekommen ist.

    • Malz

      gerste-hopfen-179438Malz ist eigentlich nichts anderes als Gerste. Bei Weiß – bzw. Weizenbier wird statt Gerste Weizen genutzt. Dem Getreide wird Wasser hinzugefügt, wodurch die Körner zum Keimen gebracht werden und Enzyme gebildet werden.
      Anschließend werden die Körner getrocknet (Darren). Je nach Temperatur beim Darren wird die Farbe des Malzes bestimmt.
      Von außen ist der Malz noch kaum von der Gerste zu unterscheiden, durch die freigesetzten Enzyme wurde allerdings bereits ein Teil der Stärke in Zucker umgewandelt, so dass der Malz deutlich weicher ist und bereits süß schmeckt. Der erzeugte Zucker wird auch Maltose (Maltosezucker) genannt.
      Da die Herstellung von Malz aus Gerste recht umständlich ist (unbefriedigend) wird für den Heimgebrauch bereits fertiger Malz völlig ausreichend sein.

    • Hefe

      hefe-684215Hefe kann man in flüssiger Form, in Pulverform und gepresst (in den meisten Supermärkten) bekommen. In den meisten Brauereien wird die Flüssigvariante verwendet, da diese am einfachsten zu Portionieren und transportieren ist.
      Trockenhefe ist für den Heimgebrauch völlig ausreichend, Flüssighefe wird allerdings die besten Ergebnisse liefern.
      Die Hefe ist eine der wichtigsten Zutaten im Bier da es den Zucker zu Alkohol umwandelt.

    • Wasser

      wasser-124839An der Qualität des Wassers lassen sich die größten Unterschiede bei der Bierherstellung festmachen. Das beste Quellwasser ist nicht ohne Grund meist die Grundlage der Werbung. Beim Hausbrauen darf das Wasser nicht zu hart sein (zuviel Kalk enthalten). Teststreifen um die Wasserhärte zu ermitteln gibt es in jedem Supermarkt. Sollte das Wasser zu hart sein kann es zum Beispiel mit abkochen entkalkt werden.

    Geräte

    Bierbrauen ist keine Raketenwissenschaftn nicht umsonst wird Bier schon seit Jahrtausenden gebraut. Wichtig für das Heimbrauen ist nur absolute Sauberkeit. Alle Geräte und Utensilien müssen absolut steril sein. Spezielle Reinigungsmittel gibt es in jedem Fachhandel. Die meisten Fehlschläge beim Brauen sind auf mangelnde Hygiene zurückzuführen.

    Was benötigen wir um mit dem Brauen beginnen zu können?

    • 3 Töpfe (1 x 10 l, 1 x 8 l, 1 x 5 l.)
    • 2 Plastikeimer
    • 1 Küchensieb
    • 2 Kochlöffel (Holz)
    • 1 Schöpflöffel
    • 1 Schaumkelle
    • 1 Messbecher
    • 1 Küchenwaage
    • 1 Bierglas
    • 1 Einmachthermometer
    • 1 Schrotmühle (zum Beispiel Kaffeemühle)
    • 1 Bierspindel
    • einige Geschirrhandtücher aus Baumwolle
    • 1 Eimer oder großer Topf
    • Faden und Schere

    Die Bierspindel dient dazu den Würzegehalt zu messen. Sie kann im Fachhandel gekauft oder auch problemlos selbst gebaut werden.

    Anleitung Bier Brauen

    Diese Anleitung ergibt etwa 5 l eigenes Bier. Dies ist zwar nicht viel, kann dafür aber problemlos in jeder Küche hergestellt werden. Sollte das Ergebnis überzeugen, kann es ja im größeren Stil wiederholt werden.

    Zutaten

    Wir benötigen:

    • 1 kg Malz
    • 10 g Hopfenpellets
    • 10 g Bierhefe (alternativ 10 g Presshefe oder 2 g Trockenhefe)

    Das Brauen

    Als erstes muss der Malz grob geschrotet werden (nicht zu fein). Damit erleichtert man die Umwandlung von Stärke zu Zucker. Bitte den Malz erst schroten wenn er auch benötigt wird, Je frischer er ist desto besser.

    Einmaischen

    maische-452157Als erstes füllen wir in den großen Topf 2 l Brauwasser.
    Anschließend muss das Wasser auf genau 55 °C erhitzt werden. Nun das geschrotete Malz einrühren. Hierbei ist besonders wichtig, dass die Temperatur des Wassers nicht unter 50 °C fällt. Ideal ist eine Temperatur von 50 °C hierbei muss auch mal etwas mit dem Topf gespielt werden (Topf vom Herd nehmen, etc.).

    Eiweißrast

    Der daraus entstandene Brei (die Maische) muss hin und wieder mit einem Holzlöffel umgerührt werden. Die Temperatur sollte etwa 10-15 Minuten zwischen 50 und 55 °C gehalten werden .

    Maltoserast

    Die Maltoserast bildet den Alkohol in Bio. Sie dauert 20 Minuten und findet bei 65 °C Stadt. Genau wie zuvor muss die Temperatur relativ genau gehalten werden. Anschließend wird der Verzuckerungsgrad mit der so genannten Jodprobe bestimmt. Eine erfolgreiche Jodprobe zeigt den Abschluss der Maltoserast an.

    Verzuckerungsphase

    Nun wird die Maische auf 72-74 °C erhitzt. Dies dient dazu, die Maltose in der Flüssigkeit komplett aufzulösen. Dies ist nach etwa 30 Minuten abgeschlossen. Abweichung in der Temperatur sind hier nicht mehr ganz so schlimm sollten aber nach Möglichkeit vermieden werden.

    Abgießen und Filtern (läutern)

    Als erstes benötigen wir einen Filter. Um den zu bauen legen wir die Küchenhandtücher über einen Topf oder Eimer und befestigen sie am Rand mit dem Faden. Die Maische wird dann langsam auf das Handtuch gegeben und so filtriert. So wird die Flüssigkeit Von den festen Bestandteilen getrennt. Anschließend wird die Flüssigkeit auf die gut ausgebreitete Maische gegeben damit sie Langsam durchsickern kann. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Handtuch immer gut bedeckt ist damit die Flüssigkeit die benötigten Stoffe aufnehmen kann. Die Flüssigkeit die sich im Eimer oder Topf sammelt ist die sogenannte Würze.
    Die dabei entstehende Menge Würze (1 bis 2 l) reicht allerdings nicht aus. Deshalb fühlen wir diese jetzt auf circa 5 l auf. Dafür wird kochendes Brauwasser (in einem extra Topf aufkochen) mit einer Kelle langsam auf die Maische gegeben, damit sie langsam durchsickern kann bis die gewünschte Menge erreicht ist. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Maische gut durchgespült wird, da die wichtigen Bestandteile der Maische ja in die Würze sollen
    Dieser Vorgang wird als läutern bezeichnet

    Würzegehalt messen

    Der Würzegehalt ist sehr wichtig, da dessen Höhe die Art des entstehenden Bieres bestimmt. Ein Vollbier hat einen Würzegehalt von circa 11-15 %, ein Starkbier entsteht bei einem Würzegehalt von über 16 %. Sollte die Würze zu Stark sein, kann man zusätzliches Brauwasser zum verdünnen hinzugeben.

    Hopfen

    Anschließend geht es ins Hopfen. Der Hopfen bestimmt einen großen Teil des Geschmacks des Bieres. Wenig Hopfen ergibt ein mildes Bier, je mehr Hopfen man hinzu gibt desto stärker und bitterer wird das Bier.
    Wir benutzen hier zwischen 5 und 10 g Hopfen je nach Wunsch des Geschmacks (Mild oder Stark).
    Für die ersten Brauversuche sollte man auf Hopfenpellets zurückgreifen, da die Dosierung von frischem Hopfen deutlich komplizierter ist.

    Würze kochen

    Das Hopfen / Würze Gemisch wird nun für 45 bis 60 Minuten bei mittlerer Hitze gekocht. Dass dabei verdunstete Wasser füllen wir während des Kochens wieder auf.
    Achtung: dieser Teil des Brauens kann einigen „ziemlich stinken“. Man sollte hierbei also darauf achten in der Nähe einer Dunstabzugshaube zu sein oder für anständig Durchzug zu sorgen.

    Zweites Filtern

    Ab hier wird nicht mehr gekocht. Was zur Folge hat, dass in das Bier gelangende Keime nicht mehr abgetötet werden können. Wir sollten ab sofort also äußerst sauber arbeiten und auf die Hygiene achten um unsere Arbeit nicht zu vernichten.
    Die Würze muss nun erneut gefiltert werden. Dazu nehmen wir das Küchensieb dass wir mit 2 oder 3 Küchenhandtüchern auslegen.
    Da so die Durchlässigkeit der Handtücher stark eingeschränkt ist (wir wollen ja keine groben teile im Bier haben) geht das Filtern sehr langsam voran. Deshalb müssen wir die Würze Kelle für Kelle auf das Sieb geben.

    Hefen

    Anschließend wird die Würze mit Hefe versetzt. Dafür muss die Flüssigkeit aber erst einmal abkühlen. Wie weit die Würze abkühlen muss hängt dabei von der Art der zu verwendenden Hefe ab. Bei untergäriger Hefe sollte die Flüssigkeit eine Temperatur von 6-10°C haben, bei obergäriger Hefe sind es 16-22 °C.
    Ist die richtige Temperatur erreicht, rühren wir die Hefe in die Würze ein und damit beginnt die Hauptgärung. Der Topf sollte jetzt noch Platz nach oben haben da das Bier bei der Gährung Schaum entwickelt. Danach sollte der Topf direkt abgedeckt werden. Achte aber darauf dass er nicht luftdicht verschlossen ist weil bei der Gärung einiges an Gasen entsteht. Danach muss der Topf circa eine Woche bei den für die verwendeten Hefen optimalen Temperaturen gelagert werden.
    Man erkennt das Ende der Hauptgärung daran, dass der Schaum in sich zusammen gefallen ist und die Hefe sich am Boden abgesetzt hat. Zur Kontrolle kann man nun mit der Bierspindel messen. Einen Wert von 4,5-5 % ist ideal. Sollte Der Wert zu weit über diesem liegen, kann man die Hauptgärung einfach verlängern bis der gewünschte Wert erreicht ist.
    Damit ist das Jungbier fertig und kann zur Nachgärung abgefüllt werden.

    Abfüllung und Nachgärung

    abfuellen-534872Ideal für die Abfüllung sind Flaschen mit Bügelverschluss, die es in jedem Getränkemarkt oder Fachgeschäft für Braubedarf geben sollte. Je größer die Flasche desto besser. Mindestens einen Liter sollten sie aber fassen. Vor der Abfüllung sollten diese gereinigt und sterilisiert werden (zum Beispiel vorsichtiges abkochen oder erhitzen im Backofen auf 150°C).
    Bei der Nachgärung wird der in der Würze vorhandene Zucker umgewandelt und es entsteht der Alkohol und die Kohlensäure die für den Geschmack und eine schöne Krone wichtig ist. Zudem wird das Bier bei dieser Phase von den verbleibenden Schwebstoffen befreit.

    Dann kann das Bier in die Flaschen abgefüllt werden, dabei sollte vorsichtig vorgegangen werden um nicht zu viel Schaum zu erzeugen. Außerdem sollte nach Möglichkeit nichts der am Boden abgesetzten Hefe mit in die Flaschen kommen.
    Achte darauf die Flaschen nicht ganz zu füllen damit es genug Raum für die entstehende Kohlensäure gibt. -> Fertig!

    Lagerung

    bier-flaschen-354125Frisch gebrautes Bier sollte kühl und dunkel gelagert werden. Um eventuell verbleibenden Heferesten in den Flaschen die Möglichkeit zu geben sich auf dem Boden abzusetzen empfiehlt sich die Flaschen stehend zu lagern.
    In den ersten drei Tagen nach dem Abfüllen müssen die Flaschen täglich einmal entlüftet werden um den Kohlensäure Überdruck abzulassen. Ansonsten würden die Flaschen platzen.


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